Interview mit R. Berger zu Griechenland

Am 2.1.12 veröffentlichte die „Gazeta Wyborcza“ (Quelle: wyborcza.biz) ein Interview mit Prof. Roland Berger, Gründer und Ehrenvorsitzender in der Consulting-Firma Roland Berger Strategy Consultants, geführt von Leszek Baj.

zum Plan, der sich da „Eureca“ nennt:

Berger:

Um die Wirtschaft Griechenlands zu retten, muß man seine Aktiva betrachten: Menschen, Infrastruktur, Firmen, natürliche Vorkommen. Wir haben die Bildung einer zentralen Holding vorgeschlagen, um einige dieser Aktiva aus dem Besitz des griechischen Staates zu übernehmen, also Unternehmen, Häfen, Flughäfen, Autobahnen und Immobilien. Die Holding würde dann an europäische Institutionen verkauft, und der Erlös würde Griechenland erlauben, einen großen Teil seiner Schulden zu bezahlen. Mit weniger Schulden könnte sich Griechenland wieder Geld auf den Finanzmärkten leihen.

Berger:

Die europäische Institution könnte die Aktiva im Laufe der nächsten Dekade restrukturieren, umbewerten und dann schrittweise privatisieren. Eine so umfassende Privatisierung könnte auch die griechische Produktivität und Konkurrenzfähigkeit verbessern.

Zur Treuhandanstalt:

Berger:

Das war eines der größten Projekte in unserer Geschichte. Unsere Firma hat selbst etwa 900 Firmen privatisiert.

Hier merken wir an:

Am 31. Dezember 1994 wurde die Treuhandanstalt aufgelöst … Die Gesamtverschuldung der Treuhandanstalt schätzte man Ende 1994 auf über 200 Mrd. DM.

(Wikipedia)

und

Die Einnahmen der Expo betrugen 2,4 Milliarden DM, somit verblieb ein direkter Verlust der Veranstaltung von 1,1 Milliarden DM. Laut einer Studie der Münchner Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consultants standen diesem Defizit von 1,1 Milliarden DM Steuermehreinnahmen von mindestens 2,7 Milliarden DM gegenüber

(Wikipedia)

auf Nachfrage: Berger:

Zu Beginn der sechziger Jahre habe ich für 14,5 Tausend Dollar ein Bild von Mark Rothki gekauft. Ich habe es 1975 für 400 Tausend Dollar verkauft, weil ich umgezogen bin und das Bild nicht zur neuen Ausstattung paßte. Heute kann man ein Bild von Rothki nicht für einen Preis unter 10 Millionen Dollar kaufen. Das schlimmste ist nicht, daß ich hätte mehr verdienen können, sondern daß ich ein Bild verkauft habe, daß ich sehr geleiebt habe.

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