„Das Leben der Anderen“ und andere

Unter dem Titel „Warum ich meinen Namen aus ‚Das Leben der Anderen‘ löschen ließ“ schreibt Christoph Hein in einem Gastbeitrag in der SZ (sueddeutsche.de 24.1.19):

2002 bat mich Donnersmarck, ihm aus meinem Leben als Dramatiker in der DDR zu erzählen. Der Film, den er daraus machte, ist bunt durcheinandergemischter Unsinn.

und

… „Das Leben der Anderen“ beschreibt nicht die Achtzigerjahre in der DDR, der Film ist ein Gruselmärchen, das in einem sagenhaften Land spielt, vergleichbar mit Tolkiens Mittelerde.

Und zu Donnersmarcks „Werk ohne Autor“:

  • Der Maler Gerhard Richter wirft dem Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck vor, seine Biografie missbraucht und entstellt zu haben.
  • Donnersmarck hatte sich für seinen Film „Werk ohne Autor“ von der Lebensgeschichte des Malers inspirieren lassen.

sueddeutsche.de 19.1.19

„Das Leben der anderen“ wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit einem Oscar (Kategorie Bester fremdsprachiger Film).

Fairerweise ist anzumerken, daß Donnersmarck nicht der einzige „Künstler“ ist, der seinen Aufstieg der Verfälschung der Geschichte der DDR verdankt.

Stephan Hein (ebenda):

Denn zehn Jahre nach jener Filmpremiere erzählte mir ein Professor der Germanistik, er habe – aus welchen Gründen auch immer – meine Anti-Zensur-Rede von 1987 mit seinen Studenten besprochen. Die Studenten hätten ihn gefragt, wie viele Jahre Gefängnis der Autor dieses Textes wegen bekommen habe. Der Professor erwiderte, der Autor sei nicht ins Gefängnis gekommen. Darauf meinten die Studenten, dann sei dieses Pamphlet erst nach 1989, also nach der Wende, geschrieben worden. Nein, erwiderte der Professor, er selbst habe bereits 1987 diese Rede gelesen. Das sei unmöglich, beharrten die Studenten, so könne es nicht gewesen sein, sie wüssten das ganz genau, weil sie ja den Film „Das Leben der Anderen“ gesehen hätten. Man sei, sagte der Professor zu mir, nach diesem Seminar in Unfrieden voneinander geschieden.

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