Migranten

Denn obwohl sie es nie am eigenen Leib erfahren haben, wissen sie, dass Bedürftige in Polen schlechter versorgt sind.

Sie wissen, dass es keine Pfandflaschen gibt, mit denen sich etwas Geld auftreiben lässt. Dass die Sozialhilfe im Monat bei 160 Euro liegt, die Mieten aber mittlerweile fast deutsches Niveau haben. Dass Arbeitslose mit 1,5 Millionen geflohenen Ukrainern um die Jobs kämpfen. Sie haben gehört, dass Heime oft schmutzig und überbelegt sind. Und, dass dort striktes Alkoholverbot herrscht.

Das ist zwar offiziell auch in Berlin so. „Aber in echt kümmert es in den Heimen oft niemanden“, sagt Mirek Ozga. Schwer vorstellbar, dass in Berlin bei Minusgraden Menschen vor einer Schlafstätte abgewiesen werden, weil sie zu betrunken sind. In Polen dagegen fordert fast jeder Winter über hundert Todesopfer. Die Freizügigkeit zieht Obdachlose in Scharen nach Berlin, sagen Kritiker. Und sie rettet Leben, entgegnet der Senat.

(berliner-zeitung.de 10.12.18)

Dies trifft selbstverständlich nur auf Polen zu.

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