Euro-„Desaster“

Auch jetzt wäre das Ausscheiden von Spanien, Griechenland und Portugal sowie ggf. auch von Irland, Italien und Frankreich aus dem Euro immer noch die vernünftigste und billigste Lösung, auch wenn sich seit 2010 die Kosten ein solchen Schritts durch Rettungspakete, EFSF-Kredite, Anleihen-Käufe der EZB und vor allem aufgrund explodierender Target2-Salden vervielfacht haben.
Europas Politiker sind aber nicht gewillt diesen Schritt zu tun, denn das würde bedeuten, dass sie das Scheitern des Euro-Projekts eingestehen müssten, womit auch ihre Karriere erledigt wäre.

Matthias Elbers „Das Euro-Desaster“

Als ob es um die Karriere von Politikern ginge. Die geben selbige schon auf, wenn ihnen das nur ordentlich vergolten wird (wurde).

Der Euro ist eine Idee der europäischen Finanzinstitute, zuförderst wohl der Deutschen Bank, die es leid waren, daß der Welthandel und die damit verbundenen Gewinne vorrangig in amerikanischen Dollar und japanischen Yen abgewickelt wird bzw. erzielt werden. Also mußte ein größeres (als Deutschland, Frankreich oder auch Luxemburg und Belgien) Wirtschaftsgebiet mit eigener Währung her. So wurde der Euro beschlossen. Den Politikern fiel lediglich die Aufgabe zu, den betroffenen Völkern dieses Projekt als etwas zu verkaufen, das ihnen zu Gute käme. Eigentlich wurde der Bevölkerung ja erzählt, daß ausschließlich, oder aber vor allem, sie die Nutznieser des Euro-Projektes seien.

Nachdem reichlich Geld umverteilt wurde, haben die Finanzinstitute festgestellt, daß sie womöglich auf einer Menge Schulden sitzen bleiben werden, weil verschiedene Kreditnehmer diese nicht zurückzahlen werden können. Also wurden wieder die Politiker mobilisiert, damit sie den Völkern erklären, daß die Staaten diese Schulden zu übernehmen haben.

Es ist schon lustig zu hören, wie Merkel und Co. ein Konzept verkaufen, von dem sie selbst nicht überzeugt sind bzw. was sie nicht nachvollziehen können. Die Finanzinstitute geben die nexten Schritte vor, und der Herr Finanzminister muß sich etwas ausdenken, um dem Volk dieses Programm zu verkaufen.
Noch lustiger ist, was die Vertreter der Grünen und der SPD so von sich geben.

Die Umrisse, die sich schon jetzt abzeichnen, erinnern eher an das postdemokratische Russland Putins oder gar an die UdSSR.

ebenda

Auch wenn die finanztechnischen Beschreibungen in dem Artikel ihre Richtigkeit haben mögen, aber das, Herr Elbers, ist schon etwas anders.

Euro-Land

Jean-Claude Juncker ist ein pfiffiger Kopf. „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert“, verrät der Premier des kleinen Luxemburg über die Tricks, zu denen er die Staats- und Regierungschefs der EU in der Europapolitik ermuntert. „Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“

Der Spiegel 52/1999

Juncker ist seit dem 1.1.2005 Vorsitzender der Euro-Gruppe

Gauck gegen Klarsfeld.

Das Kandidatenportrait
Film von Rainald Becker und Robin Lautenbach

Norbert – die Renten sind sicher – Blüm äußert bezogen auf die Ohrfeige, die Beate Klarsfeld Kiesinger am 7. November 1968 auf dem CDU-Parteitag in Berlin verabreichte:

… jemand ins Gesicht schlagen, das ist die ultimative Geste der Menschenverachtung. Und soweit sollten wir uns dem Faschismus nicht anpassen, daß uns diese Hemmung entfällt. …

zu Kiesinger (nach Wikipedia)

Als er im Jahr 1940 seinen Gestellungsbefehl erhielt, entschloss er sich, um dem Dienst in der Wehrmacht zu entgehen, eine Stellung im Reichsaußenministerium unter v. Ribbentrop anzunehmen. Dort stieg er bis zum stellvertretenden Leiter der Rundfunkpolitischen Abteilung auf, die für die Überwachung und Beeinflussung des ausländischen Rundfunks (siehe auch ?Feindsender“) zuständig war.[4] Unter anderem war er für die Verbindung zum Reichspropagandaministerium von Joseph Goebbels zuständig, mit dem seine Abteilung Kompetenzstreitigkeiten hatte. Kiesinger blieb bis 1945 Mitglied der NSDAP.

Griechenland

Also wir haben in Deutschland 16 Bundesländer und in jedem derselben ein eigenständiges Bildungssystem. Obwohl inzwischen bekannt ist, daß es notwendig wäre, das Bildungssystem in Deutschland zu vereinheitlichen, geht da kein Weg rein. Und da glauben manche (auch Politiker) daran, daß sich die Finanzpolitik der europäischen Staaten vereinheitlichen ließe. Oder sie wissen, es geht nicht; und sie nutzen das nur als Entschuldigung, um die von ihnen vertretene Politik realisieren zu können. Vermutlich trifft das letztere zu.

22.7.2012

Die Geduld des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit Griechenland geht zu Ende: Hochrangige Vertreter haben der Brüsseler EU-Spitze nach Informationen des SPIEGEL mitgeteilt, dass der IWF nicht mehr bereit sei, weitere Gelder für die Griechenlandhilfe zur Verfügung zu stellen.

… was bedeutet, daß die Banken und andere Finanzinstitute nunmehr ihre Verluste, die in Griechenland drohten, ausgeglichen haben.

zum aktuellen Thema – Bundespräsident

„Würde“ ist die konditionale Form von dem, was einer ist.

(Karl Kraus)

Es ist ein Irrtum zu glauben, daß die politische Form, unter der ein Volk lebt, die Quintessenz seines innersten Wesens ist – das ist sehr selten.
Sie ist nur der Ausdruck dafür, was es erträgt.

(Kurt Tucholsky)

und wenn ich so die Kommentare höre:

Der Wert der Bildung offenbart sich am deutlichsten, wenn die Gebildeten zu einem Problem, das außerhalb ihrer Bildungsdomäne liegt, das Wort ergreifen.

(Karl Kraus)

Interview mit R. Berger zu Griechenland

Am 2.1.12 veröffentlichte die „Gazeta Wyborcza“ (Quelle: wyborcza.biz) ein Interview mit Prof. Roland Berger, Gründer und Ehrenvorsitzender in der Consulting-Firma Roland Berger Strategy Consultants, geführt von Leszek Baj.

zum Plan, der sich da „Eureca“ nennt:

Berger:

Um die Wirtschaft Griechenlands zu retten, muß man seine Aktiva betrachten: Menschen, Infrastruktur, Firmen, natürliche Vorkommen. Wir haben die Bildung einer zentralen Holding vorgeschlagen, um einige dieser Aktiva aus dem Besitz des griechischen Staates zu übernehmen, also Unternehmen, Häfen, Flughäfen, Autobahnen und Immobilien. Die Holding würde dann an europäische Institutionen verkauft, und der Erlös würde Griechenland erlauben, einen großen Teil seiner Schulden zu bezahlen. Mit weniger Schulden könnte sich Griechenland wieder Geld auf den Finanzmärkten leihen.

Berger:

Die europäische Institution könnte die Aktiva im Laufe der nächsten Dekade restrukturieren, umbewerten und dann schrittweise privatisieren. Eine so umfassende Privatisierung könnte auch die griechische Produktivität und Konkurrenzfähigkeit verbessern.

Zur Treuhandanstalt:

Berger:

Das war eines der größten Projekte in unserer Geschichte. Unsere Firma hat selbst etwa 900 Firmen privatisiert.

Hier merken wir an:

Am 31. Dezember 1994 wurde die Treuhandanstalt aufgelöst … Die Gesamtverschuldung der Treuhandanstalt schätzte man Ende 1994 auf über 200 Mrd. DM.

(Wikipedia)

und

Die Einnahmen der Expo betrugen 2,4 Milliarden DM, somit verblieb ein direkter Verlust der Veranstaltung von 1,1 Milliarden DM. Laut einer Studie der Münchner Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consultants standen diesem Defizit von 1,1 Milliarden DM Steuermehreinnahmen von mindestens 2,7 Milliarden DM gegenüber

(Wikipedia)

auf Nachfrage: Berger:

Zu Beginn der sechziger Jahre habe ich für 14,5 Tausend Dollar ein Bild von Mark Rothki gekauft. Ich habe es 1975 für 400 Tausend Dollar verkauft, weil ich umgezogen bin und das Bild nicht zur neuen Ausstattung paßte. Heute kann man ein Bild von Rothki nicht für einen Preis unter 10 Millionen Dollar kaufen. Das schlimmste ist nicht, daß ich hätte mehr verdienen können, sondern daß ich ein Bild verkauft habe, daß ich sehr geleiebt habe.